Regina (26) erzählt warum Persönlichkeitsentwicklung, Vorbilder und Initiativen wie SWANS so wichtig sind


Fotocredits: Mina Esfandiari

Hallo Regina, warum ist das Thema Persönlichkeitsentwicklung deiner Meinung nach so wichtig?

Wir als Schwarze oder PoC haben oft nie gelernt, was unsere Skills sind. Wir lernen oft zu funktionieren oder einen Beruf zu wählen, der Prestige und Geld verspricht. Ehrenamt und unsere persönlichen Skills werden oft nicht genug gefördert. Die Balance fehlt. Ich denke wir sollten in der Schule über Persönlichkeitsentwicklung sprechen.

Ich hatte das Glück, während meines Studiums unterschiedliche Coaches kennenzulernen, die mir die Wichtigkeit gezeigt haben.

Wie denkst du kann dieses Thema insbesondere für Schwarze Kinder gefördert werden?

Ich denke es sollten mehr Kooperationen mit Vereinen oder Jugendorganisationen entstehen, damit dieses Mindset bereits bei jungen Menschen gefördert wird.

Wir benötigen auch mehr Erfahrungswerte von Menschen, die aussehen wie wir und vor allem Vorbilder.

Hattest du Vorbilder als du jünger warst?      

Meine Mutter war mein Vorbild. Ihre Energie, Kraft und all die Dinge, die sie als alleinerziehende Mutter erreicht und mir ermöglicht hat, hat mich inspiriert. 

Ansonsten hatte ich in meiner Jugend keine Vorbilder. Erst im Studium habe ich Frauen wie Aminata Touré, Kristina Lunz und Nana Addison gesehen, deren Werdegang mich professionell und persönlich motiviert haben. Bei der Initiative SWANS habe ich das erste Mal Frauen persönlich getroffen, die ich als Vorbilder sehen konnte.

Wie kamst du zu SWANS?

Ich wurde 2018 Mitglied. Ich habe Martha vom SWANS Team beim GEH DEINEN WEG-Programm kennengelernt. Meine ersten Veranstaltungen waren zum Thema Berufseinstieg in Non Profit Organisationen und ein Seminar zum Thema Gehaltsverhandlungen.

Was hat dich an der Idee von SWANS besonders begeistert?

Ich fand es super, dass dort nur Frauen waren, die ähnliche Erfahrungen machten wie ich. Gemeinsam konnten wir in einem geschützten Raum die Themen behandelten, die mich wirklich angesprochen haben. Ich habe dort Leute getroffen, bei denen ich mich fallen lassen konnte.

Du bist seit Februar 2021 Teil des SWANS Teams. Was hat dich dazu bewegt, aktiv mitzuarbeiten?

Ich war bereits Teil des Netzwerks und von der Idee überzeugt. Zusätzlich wollte ich bereits länger mein ehrenamtliches Engagement wieder aufnehmen. Für mich war aber wichtig, dass ich zu 100% von der Mission überzeugt bin. Ich glaube an die Arbeit von SWANS. Ich bin ein gutes und lebendiges Beispiel dafür, wie wirkungsvoll die Arbeit ist. Dazu kommt, dass das Team sehr sympathisch ist und flexible Arbeitszeiten möglich sind. Das war mir wichtig.

Warum denkst du ist SWANS die erste Initiative dieser Art in Deutschland?

Das Konzept der Intersektionalität ist in Deutschland noch nicht richtig angekommen. Die meisten Initiativen bringen Menschen ausschließlich aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Zuwanderungsgeschichte, ihres sozialen oder ethnischen Hintergrundes zusammen. Doch all diese Kategorien wirken zusammen und können nicht voneinander getrennt werden. Daher muss es Räume geben, in denen Betroffene mit mehr als einem gemeinsamen Merkmal zusammenkommen und voneinander lernen können. Wir Schwäne wissen, dass wir gemeinsame Schnittstellen haben und Dinge, die wir vielleicht selbst nicht erlebt haben, trotzdem nachvollziehen können.

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