Dr. Irène Kilubi zum Thema Promotion

SWANS ist eine ehrenamtliche und gemeinnützige Initiative, die hochqualifizierten, jedoch marginalisierten Frauen mit Zuwanderungsgeschichte beim Berufseinstieg hilft. Diesmal interviewen wir die promovierte Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin Dr. Irène Kilubi aus München. Sie ist Teil der SWANS Initiative. Wir sprechen mit ihr über ihre Beweggründe zu promovieren und möchten zudem von ihr erfahren, welche Vorteile mit einer Promotion verbunden sind.

Hallo Irène, warum hast du dich zu einer Promotion entschieden?

Mich hat die Wissenschaft schon immer fasziniert! Ich wollte ursprünglich eine wissenschaftliche Karriere einschlagen und als Wissenschaftlerin arbeiten. Wie das Leben aber so spielt, bin ich aufgrund verschiedener Umstände in der Industrie gelandet. Den Traum einer wissenschaftlichen Karriere habe ich allerdings nie aufgegeben und eine Promotion blieb mein Herzenswunsch. Deshalb habe ich mir die Option offen gehalten, zu promovieren.

Hattest du Vorbilder, die dich in deiner Entscheidung bestärkt haben?

Es gab in meinem Leben viele Menschen, die mich auf meiner beruflichen Laufbahn geprägt haben und die mir wertvolle Anregungen bei wichtigen Entscheidungen gegeben haben. In Bezug auf meine Promotion waren das vor allem meine Professorinnen. Ihre Arbeit hat maßgeblich dazu beigetragen, dass in mir der Wunsch reifte, selbst zu promovieren. Sie haben mich aber nicht nur motiviert, sondern mir auch die Fähigkeiten und Werte vermittelt, die man braucht, um herausragende wissenschaftliche Leistungen zu erbringen.

Inwiefern hat dir die Promotion für deine aktuelle Berufslaufbahn geholfen?

Die Arbeit an einer Promotion ist wie ein Langstreckenlauf – man braucht stets neuen Mut, Ausdauer, viel Eigeninitiative und Kraft. Gleichzeitig lernt und entwickelt man aber auch verschiedene wichtige Fähigkeiten wie effektives Zeitmanagement, fokussiertes Arbeiten und analytisches sowie konzeptionelles Denken. Wer einen Doktor*innengrad hat, genießt auch heute noch ein hohes soziales Ansehen, insbesondere in der Arbeitswelt. Auf persönlicher Ebene hilft einem die Arbeit an einer Promotion verschiedene Skills zu erwerben oder auszubauen. Ich habe beispielsweise mein analytisches und konzeptionelles Denken wesentlich verbessert, was mir natürlich auf dem Arbeitsmarkt zugutekommt, aber mich auch als Person gestärkt hat. Eine Promotion zeigt zudem, dass man in einem Themenbereich über eine außergewöhnliche Expertise verfügt sowie über einen hohen Grad an Ausdauer und Zielstrebigkeit. Die Promotion ist ein langer, arbeitsintensiver Weg und man muss wirklich bereit sein, ihn zu gehen. Wer dies aber schafft, bekommt die genannten Eigenschaften durch den Doktor*innentitel attestiert und wirkt in Folge kompetenter, hat es bei Bewerbungen leichter und wird eher zu Vorstellungsgesprächen eingeladen.

Würdest du eine Promotion auch anderen empfehlen?

Ja, allerdings nur in Vollzeit. Eine Promotion nebenberuflich, also neben einem Vollzeitjob, bedeutet sehr viel Stress und ist eine extreme Herausforderung. Ein bisschen Privatleben sollte schließlich noch übrig bleiben. Wer auf eine Promotion hinarbeitet, wächst über sich selbst hinaus. Man lernt, sich selbst zu organisieren und eignet sich ein effektives Zeitmanagement an. Überhaupt ist eine effektive Zeiteinteilung eine der wichtigsten Fähigkeiten, die man auch im späteren Leben immer wieder braucht. Es ist essenziell, unterscheiden zu können, was sofort erledigt werden muss und welche Aufgaben aufgeschoben werden können. Bei einer Promotion befasst man sich intensiv und über einen längeren Zeitraum mit einem Themengebiet. Dabei lernt man zwangsläufig, sich zu fokussieren und taucht immer tiefer in ein Thema ein. Die Hirnforschung zeigt, dass die wiederholte konzentrierte Beschäftigung mit einer Tätigkeit zu einem Flow-Erlebnis führen kann und uns so glücklich machen kann. Gleichzeitig entwickelt man auch wertvolle Copingstrategien, wenn es mal nicht so gut läuft. Dann weiter zu machen, seinem Ziel jeden Tag ein kleines Stückchen näherzukommen und immer wieder kleine Erfolge zu feiern – das sind prägende Erfahrungen. Sie stärken das Selbstbewusstsein und lassen einen als Mensch wachsen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

NEUESTE

Quiet Quitting ist keine stille Kündigung!

Bezeichnung steht die Idee, dass Arbeitnehmer:innen nur die Arbeit verrichten, für die sie auch bezahlt werden. Klingt logisch, aber lässt sich das in der Praxis tatsächlich so einfach umsetzen?

Vier Möglichkeiten soziale Medien für Bildung zu nutzen

Soziale Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Wer hat sich nicht schon mal stundenlang lustige Videos angeschaut. Gerade die Lockdown Zeit hat gezeigt, dass soziale Medien für uns auch eine wertvolle Unterstützung in Sachen Bildung sein können. Wir zeigen euch vier Möglichkeiten die es dazu gibt.

Afrikanische Kunst und NFT

Nach dem Krytpo-Hype kommt nun der nächste Blockchain bezogene Hype. NFT - Non-Fungible Tokens bezeichnen eine Art digitales Zertifikat, das bescheinigt, dass jemand das Original besitzt. Gerade bei digitaler Kunst - wie beispielsweise Fotos, welche unzählige male kopiert werden, ist sehr bald unklar, welches Exemplar nun das ursprüngliche ist. Diese Originalzertifikate, werden aktuell stark gehandelt. NFTs verhindern jedoch nicht, dass Kopien angefertigt werden können. Jedoch sind es dann Kopien und keine Originale. Bezogen auf afrikanische Kunst werden NFTs immer populärer. Auf der vergangenen Art X, die größte Kunstmesse in Westafrika, stand das Thema NFT primär im Fokus. Insgesamt 10 Kunstschaffende unter anderem aus Nigeria, Senegal und Marokko haben ihre Werke ausgestellt. Durch NFT haben Kunstschaffende vom Kontinent die Möglichkeit, ein noch breiteres Publikum zu erreichen. Hierdurch können sie vom aktuellen Hype rund um NFT profitieren. Im vergangenen Jahr wurde bei einer Auktion von Christies für ein Werk vom nigerianischen Künstler Prince Jacon Osinachi Igwe für $68.000 verkauft. Normalerweise erzielt er mit seiner Kunst $60. Die Tokenisierung seiner Kunst hat ihm ein beachtliches Umsatzplus eingebracht.

Der fehlende Impact von Diversity Kampagnen

tzten beiden Jahre waren geprägt von Unternehmensversprechen. Diese waren bestimmt von öffentlichen Unterstützungsbekundungen, in denen sich Unternehmen weltweit und auch in Deutschland, insbesondere nach den Protestbewegungen, zu diverser Repräsentation, Geschlechtergerechtigkeit, Inklusion, sozialer Gerechtigkeit und zu echten und nachhaltigen Veränderungen verpflichteten. Wo stehen wir fast zwei Jahre später? Sind wir der Erfüllung dieser Versprechen schon näher gekommen oder bleiben sie unerfüllt?

Vintage, Secondhand und Retro: Was ist der Unterschied?

Wie und wo unsere Kleidung produziert wird, nimmt eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft ein. Dementsprechend ändert sich augenscheinlich auch einiges in der Fashion-Welt. Viele Moderiesen möchten nicht mehr als Teil der Fast-Fashion-Industrie wahrgenommen werden. Statt an der Produktion anzusetzen, entwickeln sie neue Konzepte, die ein nachhaltiges Image nach außen tragen sollen. Kurz gesagt: Sie betreiben Greenwashing und wälzen die Verantwortung an die Konsumierenden ab. Diese müssen erkennen, ob es sich bei den Konzepten tatsächlich um eine Nachhaltigkeitsstrategie oder Greenwashing handelt. Einige Modeunternehmen steigen nun auch im Second-Hand Geschäft ein und sorgen für Begriffsverwirrung auf dem Sekundärmarkt. Vintage, Second Hand oder Retro - Was ist der Unterschied?