Schwarze Superheld:innen – Gibt es überhaupt welche?

Quelle: Flickr (https://www.flickr.com/photos/glennbatuyong/46728988664/)

Wer an die Held:innen seiner Kindheit denkt, wird selten bis gar nicht an Schwarze Personen oder PoCs denken. Die meisten Held:innen waren entweder europäisch oder amerikanisch, und zwar weiß und amerikanisch, aber nie Schwarz.

Die Bedeutung von Schwarzen Superheld:innen ist nur wenigen Menschen klar. Wenn Kinder oder Jugendliche an Held:innen denken, dann bedienen sie sich, wie soll es auch anders sein, an ihren Eindrücken aus Filmen, Serien, Comics und ebenso Computerspielen. Durch diese Eindrücke werden jedoch subtil, aber nachhaltig Rollenbilder definiert und verfestigt. Nicht selten können sich Schwarze Kinder und Jugendliche Schwarze Held:innen vorstellen, da sie selten mit solchen konfrontiert werden. Dies kann sich im Laufe der Zeit nachteilig auswirken. Bedeutet aber die geringe Vorstellungskraft von Kindern und Jugendlichen nun, dass es absolut keine Schwarzen Held:innen gibt? Nein, das wäre absolut zu kurz gefasst und würde auch wichtige Errungenschaften kleinreden. Vielmehr ist zu beobachten, dass über die Jahre die Rollenbilder immer differenzierter wurden. Dies ist nicht nur auf die bloße Hautfarbe zu reduzieren, sondern erstreckt sich auch auf das Geschlecht.

Grundsätzlich finden sich seit den 1970er Jahren Schwarze Figuren in Videospielen, jedoch dienten diese damals meist nur der weiteren Verfestigung von Stereotypen. So sind Schwarze Spielcharaktere oftmals Sportler:innen – Basketballer:innen, Boxer:innen oder Leichtathlet:innen – oder auch Kämpfer:innen, wie beispielsweise in den Spielereihen Street Fighter oder Tekken. Bei den Kampfsport Spielen gibt es meist eine kleine Auswahl an Charakteren, aus denen ausgewählt werden kann. Klar ist daher, Schwarze finden in Spielen statt und das schon seit einer langen Zeit. Seit einer deutlich kürzeren Zeit stellen sie den Mittelpunkt des Spiels dar. Besonders hervorzuheben sind Mafia II, Watch Dogs 2, The Walking Dead und natürlich GTA San Andreas. Letzteres war eine gelungene Hommage an die 90er Jahre und die damalige Gangster Rap Szene.

Warum ist es jedoch wichtig, dass Schwarze Figuren Held:innen sind? Ganz einfach, weil dies für die Identitätsbildung von großer Bedeutung ist. Für junge Schwarze Menschen sind die Held:innen aus Computerspielen von großer Bedeutung. Wer ohne Held:innen aufwächst, die nichts mit dem eigenen Aussehen zu tun haben, wird sich schwer tun gleichermaßen motiviert durch das Leben zu gehen, wie ein Mensch mit Heldenfiguren, welche aussehen wie man selbst. 

Die Diversität der Gesellschaft muss sich auch in Computerspielen widerspiegeln, da diese gerade in Zeiten von immer leistungsfähigeren Smartphones und Tablet Computern eine noch größere Rolle in der Entstehung von gesellschaftlichen Bewusstsein spielt. Zu diesem Schluss kommen auch viele Mitglieder:innen der Gaming Community. Heldenfiguren, welche die Diversität der Gesellschaft in einer globalisierten Welt wiederspiegeln sind wichtig. Dazu zählt auch, dass diese Held:innen nicht einfach nur bestehende Stereotypen verfestigen, sondern eben mit diesen brechen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

NEUESTE

Quiet Quitting ist keine stille Kündigung!

Bezeichnung steht die Idee, dass Arbeitnehmer:innen nur die Arbeit verrichten, für die sie auch bezahlt werden. Klingt logisch, aber lässt sich das in der Praxis tatsächlich so einfach umsetzen?

Vier Möglichkeiten soziale Medien für Bildung zu nutzen

Soziale Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Wer hat sich nicht schon mal stundenlang lustige Videos angeschaut. Gerade die Lockdown Zeit hat gezeigt, dass soziale Medien für uns auch eine wertvolle Unterstützung in Sachen Bildung sein können. Wir zeigen euch vier Möglichkeiten die es dazu gibt.

Afrikanische Kunst und NFT

Nach dem Krytpo-Hype kommt nun der nächste Blockchain bezogene Hype. NFT - Non-Fungible Tokens bezeichnen eine Art digitales Zertifikat, das bescheinigt, dass jemand das Original besitzt. Gerade bei digitaler Kunst - wie beispielsweise Fotos, welche unzählige male kopiert werden, ist sehr bald unklar, welches Exemplar nun das ursprüngliche ist. Diese Originalzertifikate, werden aktuell stark gehandelt. NFTs verhindern jedoch nicht, dass Kopien angefertigt werden können. Jedoch sind es dann Kopien und keine Originale. Bezogen auf afrikanische Kunst werden NFTs immer populärer. Auf der vergangenen Art X, die größte Kunstmesse in Westafrika, stand das Thema NFT primär im Fokus. Insgesamt 10 Kunstschaffende unter anderem aus Nigeria, Senegal und Marokko haben ihre Werke ausgestellt. Durch NFT haben Kunstschaffende vom Kontinent die Möglichkeit, ein noch breiteres Publikum zu erreichen. Hierdurch können sie vom aktuellen Hype rund um NFT profitieren. Im vergangenen Jahr wurde bei einer Auktion von Christies für ein Werk vom nigerianischen Künstler Prince Jacon Osinachi Igwe für $68.000 verkauft. Normalerweise erzielt er mit seiner Kunst $60. Die Tokenisierung seiner Kunst hat ihm ein beachtliches Umsatzplus eingebracht.

Der fehlende Impact von Diversity Kampagnen

tzten beiden Jahre waren geprägt von Unternehmensversprechen. Diese waren bestimmt von öffentlichen Unterstützungsbekundungen, in denen sich Unternehmen weltweit und auch in Deutschland, insbesondere nach den Protestbewegungen, zu diverser Repräsentation, Geschlechtergerechtigkeit, Inklusion, sozialer Gerechtigkeit und zu echten und nachhaltigen Veränderungen verpflichteten. Wo stehen wir fast zwei Jahre später? Sind wir der Erfüllung dieser Versprechen schon näher gekommen oder bleiben sie unerfüllt?

Vintage, Secondhand und Retro: Was ist der Unterschied?

Wie und wo unsere Kleidung produziert wird, nimmt eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft ein. Dementsprechend ändert sich augenscheinlich auch einiges in der Fashion-Welt. Viele Moderiesen möchten nicht mehr als Teil der Fast-Fashion-Industrie wahrgenommen werden. Statt an der Produktion anzusetzen, entwickeln sie neue Konzepte, die ein nachhaltiges Image nach außen tragen sollen. Kurz gesagt: Sie betreiben Greenwashing und wälzen die Verantwortung an die Konsumierenden ab. Diese müssen erkennen, ob es sich bei den Konzepten tatsächlich um eine Nachhaltigkeitsstrategie oder Greenwashing handelt. Einige Modeunternehmen steigen nun auch im Second-Hand Geschäft ein und sorgen für Begriffsverwirrung auf dem Sekundärmarkt. Vintage, Second Hand oder Retro - Was ist der Unterschied?